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In diesen Tagen (Mitte Mai 2010) bittet der Verband der Kasseler Pfarrgemeinden, der Katholische Kirchengemeindeverband Kassel, die katholischen Kirchenmitglieder mit der Ortskirchensteuer, dem sogenannten Kirchgeld, um einen finanziellen Beitrag für die caritative Arbeit in den Gemeinden.
„Während sich der eine oder andere Bischof in Süddeutschland eine Privatvilla leisten kann, haben es die Kirchengemeinden vor Ort ungleich schwerer“, erklärt Pfarrer Albrecht Vey, Vorsitzender des katholischen Kirchengemeindeverbandes Kassel. Vor allem in Hessen seien sie auf Spendenhilfen angewiesen, weil der Anteil der Katholiken hier geringer sei als in vielen anderen Bundesländern.
„Zuschüsse fließen nur in geringen Maßen. Orgelrenovierungen, Instandsetzungen im Innenbereich, Kindergartenreparaturen müssen die örtlichen Gemeinden selber tragen“, so Vey. „Wenn aber ein junges Paar in der Kirche heiraten möchte, erwartet es, daß die Kirche schön geschmückt ist, der große Raum geheizt und die Orgel intakt ist“. Das Gleiche erhofften sich auch Eltern für die Taufe und Erstkommunion ihrer Kinder.
Nicht nur im Kirchenraum kommen Menschen zu Feierlichkeiten zusammen, sondern auch in Gemeindehäusern, Gruppenräumen und Pfarrheimen. Diese sind offen für private und öffentliche Feste. All diese Räumlichkeiten müssen unterhalten und gegebenenfalls erneuert werden.
In Kassel gibt es als zusätzliches Angebot die Ehe- und Familienberatung, den ambulanten Hospitzdienst, die Buchhandlung St. Elisabeth, das Jugendbildungsreferat und weitere soziale Einrichtungen im Regionalhaus Adolph Kolping. Diese Angebote sind offen für alle Bewohner der Stadt - gleich welcher Konfession, Religion oder Weltanschauung.
„Damit die Kasseler Gemeinden vor Ort ihre Aufgabe, Menschen zusammenzuführen und zu stärken, erfüllen können, sind die Beiträge des Kirchgeldes notwendig“, erläutert Vey den Versand der Kirchgeldbescheide, die den Kasseler Katholiken in diesen Tagen per Post zugeschickt werden. „Wenn jedes katholische Gemeindemitglied jährlich nur drei Euro geben würde, wären 90.000 Euro mehr in der Kirchenkasse. Mit diesem Geld können die 14 Pfarrgemeinden und das Regionalhaus in der Innenstadt die tägliche Gemeindearbeit verbessern und Menschen in Not helfen“, so Vey.
In der Stadt Kassel leben rund 40.000 Katholiken. Rund 26.000 Katholiken sind nach Abzug der Kinder unter 18 Jahren zur Abgabe des Kirchgeldes erfasst. „Der Kirchgeldbescheid wird tatsächlich ‚nur’ an rund 18.000 Katholiken verschickt. Arbeitslose, Hartz IV-Empfänger, Studenten und alle Katholiken ohne eigenes Einkommen hat der Kirchengemeindeverband von ihrer Zahlungsverpflichtung freigestellt“, weiß Christof Moldenhauer, Geschäftsführer des Katholischen Kirchengemeindeverbandes. Die Höhe des jährlichen Kirchgeldes ist einkommensabhängig und beträgt zwischen 4,50 Euro und 32 Euro.
Hintergrund:
Auf Grund des Gesetzes über die Erhebung von Steuern durch die Kirchen, Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften im Lande Hessen (Kirchensteuergesetz) sind die Kirchengemeinden in der Diözese Fulda berechtigt, von den Katholiken, die der Kirchengemeinde durch Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt angehören, Ortskirchensteuer zu erheben.
Kontakt: Katholischer Kirchengemeindeverband, Die Freiheit 2, 34117 Kassel, Tel. 0561 – 70 04-156, eMail: regionalhaus.kassel@bistum-fulda.de (wer / 18. Mai 2010) |